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Berliner Zeitung 05. Juli 2025, 06.07 Uhr „Wer heute als Querdenker bezeichnet wird, gilt meist als irrational, verschwörungsgläubig, antidemokratisch. Dabei war der Begriff historisch ein Lob: Querdenker waren Menschen, die gängige Sichtweisen infrage stellten – oft gegen Widerstand, aber im Dienst von Erkenntnis oder Gerechtigkeit. Namen wie Galileo Galilei, Rosa Luxemburg oder Edward Snowden fallen einem ein. Doch spätestens seit der Corona-Pandemie ist 'Querdenker' zur Vokabel der Herabwürdigung geworden. Diese Bedeutungsverschiebung ist kein Zufall – sie ist Ergebnis gezielter sprachlicher Rahmung: sogenanntes Framing. Der Begriff stammt aus der Linguistik und Kommunikationspsychologie und beschreibt, wie Sprache unsere Wahrnehmung prägt. Was als 'kritischer Bürger' beginnt, wird durch Wiederholung und Kontextualisierung zum 'Schwurbler'. Und die Botschaft ist klar: Wer so genannt wird, hat sich aus dem demokratischen Konsens verabschiedet – mit ihm muss man nicht mehr argumentieren. ... |
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