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junge Welt 30. August 2025 Ausgerechnet das, was man in der »freien Welt« gerne Diktatoren vorwirft, nämlich Medien den Betrieb zu untersagen oder Kultur zu lenken, scheint sich nun in bezug auf alles mit russischem Ursprung abzuzeichnen. Doch wie sollen sich die Menschen nach dem Krieg in der Ukraine wieder verständigen, wenn schon jetzt alle Kanäle abgebrochen und gekappt werden? Und wie soll verhindert werden, dass sich neue Feindschaften zwischen den Bevölkerungen in Europa entwickeln, wenn Kulturzentren in den politischen Streit hineingezogen werden und sie nicht mehr als Vermittler von Sprache, Geschichte und Kultur wirken dürfen? Diese Fragen werden auch in den kommenden Jahren von Bedeutung sein, nicht zuletzt im Hinblick auf das Russische Haus der Kultur und Wissenschaft in Berlin. Für jemanden, der das Russische Haus in der Friedrichstraße noch nie betreten hat, wirkt es überwältigend: sieben Stockwerke mit insgesamt 29.000 Quadratmetern Nutzfläche. Das damalige »Haus der sowjetischen Wissenschaft und Kultur« wurde 1984 als Geschenk der DDR an die Sowjetunion eröffnet. Schon allein das Design durch den damaligen Stararchitekten Karl-Ernst Swora rechtfertigt einen Besuch. Man fühlt sich in eine andere Zeit versetzt, etwa im großen Kinosaal mit alten Kinematographen und Filmrollen oder im Theatersaal, wo klassische wie moderne russische Stücke aufgeführt werden. Weder für das Kino noch für das Theater oder Konzerte wird hier übrigens Eintritt verlangt. Rund 500 Schülerinnen und Schüler nehmen hier gleichzeitig Russischunterricht. Rechts neben dem Eingang werben Plakate für Mal- und Töpferkurse. Auch der Kunstunterricht findet in russischer Sprache statt und erleichtert so den Spracherwerb. Jeden Mittwoch um 19 Uhr gibt es außerdem einen kostenlosen Sprachklub für Russischlernende. Dort treffen sich Menschen aus ganz unterschiedlichen Ländern, die Russisch lernen wollen oder es bereits beherrschen –, um miteinander ins Gespräch zu kommen. ...
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