junge Welt

06. September 2025

Der Expräsident des ukrainischen Parlaments wurde am Dienstag mit großem nationalistischen Pathos auf dem Litschakiwskij-Friedhof in Lwiw beigesetzt. Sein Mörder hat bereits ein Geständnis abgelegt. Politiker der westlichen Welt – darunter auch deutsche von CDU und Grünen – betrauern den Verlust von Andrij Parubij als Staatsmann und verdienten Streiter für die europäische Idee und Demokratie in der Ukraine. Wird Parubijs finstere Vergangenheit, zum Beispiel als Führer der paramilitärischen Neonaziorganisation »Patriot der Ukraine«, aus der 2014 die »Asow«-Miliz hervorging (die bald darauf als Regiment in die Nationalgarde integriert wurde), überhaupt einmal erwähnt, dann ist stets von einer angeblichen Mäßigung des Politikers und Abkehr vom Rechtsradikalismus nach den Maidan-Kampftagen die Rede.

In Wirklichkeit sprach Parubij noch 2018 in einer TV-Sendung seine Bewunderung für Adolf Hitler aus und heizte den Krieg gegen Russland an. Der unabhängige US-amerikanische Forscher Moss Robeson betrachtet ihn sogar als »heimlichen Paten der Antifriedensbewegung der Banderisten«: Parubij war der erste, der schon vor den Parlamentswahl 2019 die »Widerstandsbewegung gegen Kapitulation« ankündigte – eine Reaktion auf Selenskijs Versprechen, einen stabilen Frieden mit Moskau zu verhandeln. 2020 forderte Parubij in einer Ansprache vor Anhängern: »Wir müssen den Tag näherbringen, an dem wir Selenskij aus seinem Amt vertreiben.«

...

 

'

News