Ostdeutsche Allgemeine

25. Februar 2026, 05.15 Uhr

Von Florian Warweg

Mehr als 36 Jahre nach dem Mauerfall liegt eine unbequeme Wahrheit offen auf dem Tisch: In den Spitzenpositionen des deutschen Journalismus sind Ostdeutsche bis heute praktisch unsichtbar. Nur eine einzige ostdeutsche Intendantin im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, verschwindend geringe Anteile ostdeutscher Chefredakteure bei überregionalen Leit-medien, kaum ostdeutsche Stimmen in den Feuilletons und Kommentarspalten der Republik – und das, obwohl jeder fünfte Deutsche aus dem Osten stammt. Wie konnte es dazu kommen? Und was sagt dieser Befund über den Zustand der deutschen Medienlandschaft insgesamt aus?

Ein Blick auf die Zahlen: Die gläserne Decke im Osten

Der kürzlich erschienene Eliten-Monitor liefert die empirische Grundlage für eine Debatte, die längst überfällig ist. In der Justiz stammen gerade einmal zwei Prozent der Führungs-kräfte aus Ostdeutschland, in der Wirtschaft sind es vier Prozent, in der Verwaltung immerhin 13 Prozent. Lediglich 1,7 Prozent der bundesdeutschen Top-Positionen sind mit Menschen besetzt, die aus den neuen Bundesländern kommen. Im Mediensektor sieht es nicht besser aus. Die großen Redaktionsleitungen, die Programmverantwortung in den Sendern, die Herausgeberschaften der meinungsbildenden Blätter – sie sind fest in westdeutscher Hand.

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