JACOBIN

29. März 2026

Von Valentin J. Hemberger

Fällt der Name Liebknecht, kommt den meisten zuerst der Revolutionär und KPD-Mitbegründer Karl Liebknecht in den Sinn. Dabei waren sein mutiger Kampf gegen Militarismus im Ersten Weltkrieg und seine marxistische Prinzipientreue eine Art Familientradition. Unbeirrbar vorgelebt hatte es ihm sein Vater Wilhelm Liebknecht – jener Mann, der selbstbewusst während des Leipziger Hochverratsprozesses 1872 erklärte: »Noch einmal: Ich bin nicht ein Verschwörer von Profession, nicht ein fahrender Landsknecht der Konspiration. Nennen Sie mich meinethalben einen Soldaten der Revolution – dagegen habe ich nichts!«

Vor 200 Jahren, am 29. März 1826 wurde Wilhelm Philipp Martin Christian Ludwig Liebknecht in der kleinen Universitätsstadt Gießen geboren. Der frühe Tod seiner Eltern und die folgende Armut taten seinem Bildungshunger keinen Abbruch: Nach dem Besuch des Gymnasiums folgte zwischen 1843 und 1847 ein geisteswissenschaftliches Studium in Gießen, Berlin und Marburg. Während dieser Jahre brodelte die Unzufriedenheit in zahlreichen deutschen Staaten, die sozialen und politischen Spannungen wuchsen, konkrete Lösungen waren gefragt.

Liebknecht war mit den sozialrevolutionären Ideen des Schriftstellers Georg Büchner und des liberalen Abgeordneten Sylvester Jordan vertraut, kam in Kontakt mit Vertretern verschiedener National- und Unabhängigkeitsbewegungen. Als im August 1846 Gießener Studenten gegen eine Polizeiaktion aufbegehrten und demonstrativ die Stadt verließen, vertrat unter anderem Liebknecht die Studenten in ihren Verhandlungen mit der Unileitung.

...






                                                                                                                                                                                        

 

'

News