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JACOBIN 17. Juli 2026 Von Paul Michel Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Spanien eines der rückständigsten Länder in Europa. Eine altersschwache Monarchie herrschte über das Land, die wichtigsten Pfeiler ihrer Macht waren die katholische Kirche und das von Aristokraten dominierte Offizierskorps. Spanien war ein überwiegend agrarisches Land. Über 70 Prozent seiner erwerbstätigen Bevölkerung arbeiteten in der Landwirtschaft. Die ländliche Oberschicht schwelgte in ihrem Reichtum: 50.000 Großgrundbesitzer verfügten über die Hälfte der Fläche des spanischen Bodens. Die Mehrheit der Bevölkerung war bettelarm. Tagelöhner und Saisonarbeiter, die »Braceros«, fanden allenfalls fünf Monate im Jahr Arbeit. Die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung konnte weder lesen noch schreiben. Mit ihren 80.000 Geistlichen, Mönchen und Nonnen schien die Kirche noch den Geist des Mittelalters zu atmen. Ihre geistliche und weltliche Macht war beträchtlich. Unter der Monarchie hatte die Kirche das gesamte Bildungswesen fest im Griff. Sie zählte zu den größten Grundbesitzern im Land. Nicht minder bedeutend war ihr städtischer Grundbesitz. Mit ihren Industrie- und Bankbeteiligungen stellte sie einen beträchtlichen Wirtschafts-faktor in den Banken wie in der Industrie dar. Das Offizierskorps war ein Refugium für die Söhne der herrschenden Klassen. Deswegen gab es bei der spanischen Armee einen ungewöhnlich hohen Anteil an Offizieren im Verhältnis zu den Mannschaften. Auf zehn bis zwölf normale Soldaten kam ein Offizier. Unter der Monarchie gab es 15.000 Offiziere, darunter 800 Generäle. Die überwältigende Mehrheit des Offizierskorps und die Gesamtheit der obersten Truppenführer stellten enragierte Monarchisten, Anhänger der Oligarchie, Widersacher jeglichen Fortschritts, Todfeinde der Revolution.
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