Unsere Zeit

14, August 2026

Von Volker Hermsdorf

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International trat der kubanische Revolutionsführer als eine der profiliertesten Stimmen der Entwicklungsländer und der blockfreien Welt hervor. In einer Rede vor den Vereinten Nationen analysierte er 1979 die weltweit vorherrschende Ungleichheit, kritisierte das wirtschaftliche Ungleichgewicht zwischen Nord und Süd, forderte eine gerechte Verteilung von Ressourcen, Technologien und Lebenschancen und prangerte die globalen Widersprüche an. „Es wird oft über Menschenrechte gesprochen, aber man muss auch von den Rechten der Menschheit sprechen. Warum müssen einige Menschen barfuß gehen, damit andere in Luxuslimousinen fahren können? Warum müssen einige bettelarm sein, damit andere steinreich sind? Ich spreche im Namen der Kinder der Welt, die kein Stück Brot haben. Ich spreche im Namen der Kranken, die keine Medikamente haben. Ich spreche im Namen derer, denen das Recht auf Leben und Menschenwürde versagt ist.“ Man könne nicht von Frieden sprechen, wenn jedes Jahr Millionen Menschen an Hunger oder heilbaren Krankheiten sterben. Und er warnte: Die Zukunft der Welt werde „apokalyptisch“ sein, wenn die gegenwärtigen Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten nicht auf friedlichem Weg beseitigt werden.

Seine Analysen verbanden stets soziale Fragen mit Warnungen vor den Folgen imperialistischer Politik. „Das Waffengeklirr, die lauten Drohungen und der Kampf um die Vorherrschaft auf internationaler Ebene müssen aufhören“, mahnte er in der UNO. Statt Ressourcen für Aufrüstung zu verschwenden, entwickelte Kuba unter seiner Anleitung „Waffen, um den Tod zu bekämpfen, um Aids zu bekämpfen, um Krebs zu bekämpfen“. Diese Argumentation verband er früh mit ökologischen Warnungen und wies auf Zusammenhänge zwischen sozialer Ungerechtigkeit und ökologischen Problemen hin. Bereits 1992 warnte er auf dem UN-Umweltgipfel in Rio: „Eine bedeutende biologische Gattung ist aufgrund der schnellen und progressiven Beseitigung ihrer natürlichen Lebensgrundlagen vom Aussterben bedroht: der Mensch.“ Castro kritisierte, dass die Konsumgesellschaften mit 20 Prozent der Weltbevölkerung drei Viertel der Energie verbrauchen und forderte: „Der Hunger muss verschwinden und nicht der Mensch.“ – Die sozialen und ökologischen Krisen betrachtete er nie getrennt, sondern als Ausdruck derselben Logik eines ungerechten globalen Systems.

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