Das Regionalwetter

Ich zähle wirklich nicht, nicht einmal Barbara zuliebe, und ich bin nicht nur nicht aus Seife. Eigentlich müsste ich mit meinen Jahren sogar immer besser werden und zumindest bin ich weiter auf die Möglichkeiten meines Körpers neugierig.

 Es war schon phantastisch gewesen, in Barbaras Armen die Phantasie zu brüten, aus einem blanken Hundenapf zwischen ihren Füßen richtiges Hundefutter fressen zu müssen. Dann dauerte die Überredung zu den nötigen Einkäufen unsere Tage von zwei Monaten, und nach dem ersten Experiment war ich wohl ebenso lange völlig kuriert. Urplötzlich belehrten mich Barbaras Ohrfeigen, dass ich aus dem Bett an meinen neuen Platz musste, und so etwas konnte sich jederzeit wiederholen und würde sich irgendwann noch zuspitzen: Ein Wochenende lang neben dem Mülleimer an die Küchenheizung gekettet oder der Party zum 18. Geburtstag unserer jüngeren Tochter Simone vorgeführt. Nicht, dass ich das brauchte, und ich würde mich grausam gedemütigt und lächerlich verspielt fühlen… Aber ich wollte das einfach wissen, erleben und wissen, und sicher war das eine Verdrängung meiner für ein Super-Kraftwerk oder den Literatur-Nobelpreis angelegten Energien. Und worum sonst, wenn ich mich tagsüber mit dem eigenen Körper und abends mit Kunden und Konkurrentinnen beschäftigte, sollten sich meine Gedanken drehen? Dass das Gehirn unser größtes und mächtigstes Geschlechtsorgan sei, ist ja eine heute weit verbreitete Formulierung.

Deshalb rechnete ich meinem pornographischen Roman gute Marktchancen aus, zumal außer mir noch ein Papst, Cesare und Lukrezia Borgia und Leonardo da Vinci vorkamen. Die deftigsten sexuellen Erlebnisse von Zeus kamen vor, eine Begegnung mit einem  mit einem lesbischen Gespenst, und das meiste hatte ich selber ausprobiert. Hätte ich das Ganze nicht mühsam mit den rechten Fingern getippt und mir mit dem linken Mittelfinger nicht zwei, drei Mal die Clit aufgerieben, wäre der Antwort-Brief des Verlags nur halb so zerstörerisch gewesen: Zu intellektuell. Aber die Absage brachte mich zum Heulen, denn meine Gedichte hätte ich ihnen gar nicht unverlangt eingesandt, und nach den Leseprogrammen aus ihrem Verlags-Programm wusste ich sicher, dass ich höchstens zu gut schrieb.

Schon wieder die Nummer also, dass nicht zählte, was ich konnte, und dass ich gar nicht erst auf den Markt gelassen wurde. Wie im Badehaus und in der Werbung würde ich wieder von anderen abhängig sein, so wenig oder so viel ich auch verdiente. Lutz und Marietta erklärten mir ihre Künstlerinnen-Vermittlung zur Chance, und mein Vater warnte mich ja vor der Kundensuche inmitten der zu vielen Kleinanzeigen.

„Du willst doch nicht, dass ein Albaner bei dir klingelt…“

„Du meinst, dass ein Zuhälter…?“

“Tanja, Kleine... Mit einem Zuhälter würdest du bestimmt fertig, bei deinem Mundwerk und deiner koreanischen Gymnastik. Nein, nein, ich meine schon einen Albaner… Oder einen albanischen Zuhälter, was man nur unterscheiden muss, weil es ja auch albanische Drogenhändler gibt…“

Mein Vater hatte sich bei der Wende eben nur etwas zurückhalten, aber nicht wirklich verbiegen müssen: Ganz und gar ein Bulle, dem ja auch im Stierkampf die Fahne der flatternden Tücher egal ist. Nur in die fetteren Jahre war er gekommen, und er versuchte, mir eine Synthese aus Terminator, Inspektor Columbo und Harald Schmidt vorzuspielen.

„Die haben die Römer, die Türken, Chruschtschow und Mao überlebt, legen alle Staatsknete in Lottoscheinen an und haben die UNO dazu gebracht, ihnen den Kosovo zu erobern.“ Er hebelte eine Bierflasche an der nächsten auf, aber ließ das Bier langsam an der Innenwand ins Glas rinnen. „Wenn dir einer Heroin verkauft oder das Kleid zerfetzt, weißt du nicht, ob das ein einfacher Krimineller, der Leibwächter des Außenministers oder der Außenminister selber ist…“ Er reichte mir das Glas über den Küchentisch. „Und das hat nichts mit Ausländerfeindlichkeit zu tun, aber alles mit Statistik.“

Darüber hätte ich mit ihm streiten auch können, aber besonders albanerfeindlich war er wohl wirklich nicht. Bei anderen Gelegenheiten behauptete er ja auch, dass die vietnamesische Volksarmee ihren Guerillakrieg gegen die Amis nun in der Deckung von deutschen Gemüseständen und künstlichen Restaurant-Palmen fortsetzte oder die Russenmafia die Jugendorganisation der Russlanddeutschen war.

„Aber am Schlimmsten sind die Schwaben, die hier CDU und Regierung spielen… So hoch ist noch nicht mal Al Capone gekommen, seinerzeit.“

Lutz war eine Art Quartiermeister unserer hessischen Besatzer, und an manchen Abenden brachte er Sekt im Kühler in meine Garderobe, bevor er einen wirklich wichtigen Gast auf mich los ließ. Dann durften mein zweiter und dritter Auftritt ausfallen, aber von einem Staatsbesuch war nie die Rede, und Zeitungsseiten zur Landespolitik überschlug ich sowieso. Waren unter meinen kunden so genannte hohe Tiere, erkannte ich sie nicht, und sie verrieten sich weder durch perverse Ansprüche noch besondere Leistungen. Und nicht einmal der Gesundheitsminister, falls wir uns einen leisteten und er an der Bühne vorbei gehuscht war, hatte mir das Rauchen verboten. Erstens war das meine Sucht, zweitens erlaubte es mir aufreizende Posen, und drittens ging es ja darum, dass ich Unhygienischeres als einen Filter zwischen die Lippen nehmen sollte.

Fast immer begannen wir mit ein paar Floskeln zum Laden und zur ganz unbegreiflichen Scheu der Ehefrau, dahin mit zu gehen und sich so ungezwungen aufzuführen wie ich. Ich versuchte, daraus die Wünsche des Kunden zu erraten, und meist lag ich mit meinem Satz richtig, dass zu einem richtigen Kerl eine gewisse Maßlosigkeit gehörte, Spargel waren bittere und holzige Feldgemüse, und Bodybuilder lebten nur als Versuchskaninchen von Doping-Laboren. Und sicher war och ein Tänzchen danach drin, damit der zufriedene Kunde an seinem Herren-Tisch schwärmen und angeben konnte.

So etwas verlangte zwar, die Trägheit und Traurigkeit eines frisch begatteten Weibchens zu überwinden, aber es war auch eine Art Satyrspiel. Ich rieb und dehnte mich an einer massiven und verlässlichen Stange, zog mich daran hoch und nahm sie zwischen die Schenkel und die Brüste. Nicht gegen Pfunde am Bauch und nicht gegen Langeweile brauchte ich die Unvollkommenheit der Männchen. Die Achse, um die ich mich bewegte, war das blanke Silber, und wenn ich genug davon hatte, stand sie jämmerlicher und uninteressanter als jede antike Säule im bunten Licht und im Lärm von der Platte.

„Du siehst das gar nicht als entfremdete Arbeit, nein“, fragte Marietta als Bardame ihrer eigenen Grillparty. Sie mixte mir eine Anspielung aus Zitronensaft und schaumigem Joghurt und legte die Hälften einer riesigen Erdbeere darauf. „Na ja…68 war zu früh für uns, und als wir groß genug waren, lagen diese Ideale schon herrenlos herum: Ganz einfach zu verkaufen…“

Ich drehte mich herum und lehnte mich an den gemauerten Garten-Tresen, um die ganze Gesellschaft parallel zu ihr auslachen zu können.

„Teuer, schön und angenehm, das Oberdeck der ‚Titanic’, ja.“

„Das Mittschiff“, korrigierte Marietta. „Na, die obere Mittelklasse. Lutz wäre mal gern Brecht-Schauspieler geworden, und ich… Ach, vergiss das wieder, bitte!“

„Dann ist das dein Problem, deine Entfremdung…“

„Ein Wort noch, Monstertitte, und ich stopfe dich mit den restlichen Bratwürsten, Steaks und Spareribs, bis du wie Anne-Nicole Smith aussiehst! Ja… Dass du alles schlucken musst, was der Firma nutzt, steht im Kleingedruckten.“

Eher war das in den Vertrag hinein zu lesen, denn natürlich hatte ich das noch in derselben Nacht überprüft, und auf den Augenblick der Nähe passte Brechts Warnung: Nichts war dem wilden elefanten so gefährlich wie seine gezähmte Schwester. Und wenn so ein Kampfstier vor dem Finale auslernte und wusste, dass nicht das flatternde Fähnchen sein Gegner war, trieben die Spanier ihm Ochsen in die Arena. Dann zog er sich in die Herde zurück, für seine Schritte unter das Fleischer-Beil.

Diese Relation gibt es eben, dass wir die Natur nicht anders als den anderen Menschen und den Mitmenschen nicht anders als die Natur behandeln. Soweit komme ich ja auch noch mit Frank Neurodermitis-Aktivistin mit, die sich im erfolglosen Kleinkrieg gegen den Neofaschismus verheizt und sich deshalb auch noch in hitzige Debatten gegen den Sexismus und den Stierkampf geworfen hat.

Freilich wäre es für den Stier deprimierend, vier Jahre lang zu wissen, dass er nur für sein blutiges Ende geboren wurde und gemästet wird, aber als Stier weiß er das ja nicht. So sehr ist er Stier,  dass ihn gerade in der Arena das Adrenalin unempfindlich und glücklich macht, und dass er normalerweise im unfairen Kampf Kampf, am Trick mit der Muleta und an seiner Dummheit stirbt. Da glaube ich dem Tierphysiologen Professor Juan Carlos Illera del Portal, und ich kenne ja genug Männer. Doch auch wenn die magere Rothaarige und die Fettärsche in der EU-Kommission Recht haben sollten… Goya und Picasso wären ohne ihre Radierungen dazu nicht sie selbst, Spanien wäre ohne Corridas etwa so aufregend wie Luxemburg, und ganz sicher war Frank in seinem Urlaub nur als Sympathisant des Stiers dort.

Vor allem aber sind unsere deutschen Arbeitslosen nicht geboren, damit sie die Gesetzgeber durch die Gassen eines Hochhaus-Pamplonas hetzen, und dass ihnen altjüngferliche Beraterin mit Vorschriften vor der Nase herumwedeln und ihnen Leistungskürzung um Leistungskürzung in die Rücken stechen! Nicht nur keine Sympathisanten in der EU-Kommission haben unsere Arbeitslosen, sondern auch keine Hörner, und da will sich auch die Partei für die sozial Schwachen lieber mit Chinas Kern- und Wasserkraftwerken, Spaniens Stierkämpfen und den Genmais-Feldern der sächsischen Kuhbauern anlegen… Ganz prima! Wütender machen mich eigentlich nur Schäuble, die Taliban und… Naja, und zum Beispiel diese Scheiß-Scheißhausfliegen, die vor der Hitze durch das Fenster fliehen, das ich gegen die Hitze weit aufgerissen habe... Aber wenigstens habe ich eine lindgrüne Fliegenklatsche, und vielleicht waren die tschuktschischen Pilze doch irgendwie verdorben, als ich ihnen das Wissen um die Zukunft hatte aussaugen wollen.

  Denn vor zwei Jahren war die ganze German Wet Wrestling Fe­de­ration nur der Herausgeber meiner am Computer gesetzten Zeitung zu Mariettas Geburtstag gewesen: Fotos der „Fighting Cats“ und ihres Managements, ein paar Interview-Phrasen und Werbeanzeigen für den Joghurt-Kartoffelsalat der Gartenfeste. Mir bewiesen die Blätter, dass ich noch immer fit für einen Job in Köln war, und Marietta lachte herzlich, aber bei Lutz zündete eine Merchandising-Kettenreaktion. Er sah die große Chance, unsere Volksfest-Balge­reien zu erotischen und Sport-Ereignissen aufzuwerten, bestellte im Fachhandel eine Urkunde und einen Pokal und ließ mich damit für die örtlichen Anzeigenblätter fotografieren. Für eine Autogramm-Post­karte und für Poster befanden wir das allerdings gemeinsam mit dem Fotografen für zu bürokratisch und zu kleinteilig, und so wurde mir ein Gürtel genäht und geschmiedet, der Muhammad Ali umgeworfen hätte: Aus der Haut eines Elefanten, mit dem Chrom einer Harley und den Spiegeln eines Großstadt-Bordells. Wahrscheinlich dachte Lutz jedes Mal an Siegfrieds Sieg über Brünhilds Keuschheitsgürtel, wenn mich das Monstrum auf sein Büro-Sofa zog, und zu den Kampfplätzen trug es mir der schnaufende Rudi nach.    

Nun bewies die Trophäe den Römern, dass es die Federation gab, und es war deutlich zu erkennen, dass sie für die Herausforderin nur zum Armband taugte. Rudi tauschte die Last an den Seilen gegen die erste Sprühflasche mit dem Olivenöl und begann mit der Einreibung der Schwarzen.

„Du bist ja ein Nilpferd“, hechelte er in das Mikrophon, das an seinem Kampfrichter-Hosenträger klemmte. „Nein, ein Wal… Euter bis zum Nabel… Wenn da ein Nabel wäre, haha! Ja, zeige uns deinen Wanst, Baby! Elefantenbaby… Oh, Mann: So ein Arsch auf dem Gesicht… Arme Tanja!“

Die Kriegselefantin störte sich nicht an den Sprüchen und zitternden dünnen Fingern. Ihr Kinn sank in den Halsspeck, und ihr Blick liebkoste die dunkel glänzende Haut. Die Witze der Mitschüler und Disco-Bekanntschaften waren Vergangenheit, und alle Foto-Termine für Bizarr-Sex-Magazine. Nun war sie die große Hoffnung der weißen Männer, die sichere Siegerin schon, und alle würden immer wieder sie sehen und besuchen wollen. Sie holte geräuschvoll Luft, drückte die Arme gegen den Leib und hob ihre Brüste mit den Unterarmen an. So reizte sie die Zitzen zwischen den Fingern, und ihre Augen versprachen mir Knochenbrüche, das Platzen der Silikon-Kissen und ein langsames Ersticken mit Einblutungen in die Augen.

„Arme Tanja“, wiederholte Rudi und hüllte nun mich in den Öl-Nebel, routiniert und schon fast nachlässig. „Nicht entkommen warst du, nur aufgespart… Jetzt tanze, jetzt zappele! Es wird dir nichts helfen! Wir werden dich schreien hören, und jammern. Jaja: Sterben oder als Sklavin leben… Aber das entscheidest nicht mehr du, arme Tanja!“

„Und nuuuun der Kampf um die Internationaaaale Meisterschaft der German Wet Wrestling Federaschschschän“, übertönte ein professioneller Fisch-Händler das Tuscheln und Johlen der Zuschauer. „Zwischen der ungeschlagenen Titelverteidigerin Tanjaaaaa Petrofff­naaaa Zooorrrrrnnn und der Herausforderin Cathieieieieieie The Steamrolläääär Monroeoeoeoeoe!“

Der Gong ertönte, und es war leicht, Cathys tödlicher Umarmung auszuweichen. Es sah nicht einmal feige aus, sondern es war meine Chance: Float like a butterfly, sting like a bee! Ich schlug die plump herankommende Pranke mit einem Karate-Halbkreis weg, landete einen klatschenden Fauststoß auf die rechte Brust und versenkte die rechte Faust im Bauchspeck meiner Gegnerin, allerdings wirkungslos.

„I’ll kill you, Russian bastard“, schnaufte Die Dampfwalze. „We… We are the campions!”

Der Hieb mit dem Schienbein warf sie nicht um, aber mein Blick dort hin zeigte mir die eigentliche Gefahr zu spät. Stampfend und schlurfend hatte Cathy den Folienbelag des Bodens zu Falten geschoben, und beim nächsten Rückzug verfing ich mich mit der Ferse und strauchelte.

„NOW!“

Cathy warf sich auf mich, und ich kippte und fiel. Zeit war eine Frage des Bezugssystems, und ich ging mit 9,81 Meter je Sekunde zu Boden. In der Welt meiner Neutronen-Jugendfreunde aber reisten wir in derselben Zeit tausend Kilometer, und ich lenkte etliche von ihnen aus ihren ungenauen und praktischen Bahnen und addierte die kleinen Katastrophen unzählbarer Gas-Moleküle. Dass war es: „Der Flügelschlag eines Schmetterlings im Amazonas-Urwald kann einen Orkan in Europa auslösen.“ Hier verklebte sich noch Cathys Ölhaut mit meiner, als der von meinem Fall ausgelöste Windhauch in Paris einer Straßen-Kellnerin den Rock hob. Bremsen quietschten, und fünf Autos rasten ineinander, und von nun an war es nicht mehr aufzuhalten. Die Energiestöße aus allen tagtäglichen kleinen Weltuntergängen lenkten die molekulare Nachricht von mei­ner Niederlage so um, dass ein Sturm in die Krone einer Kiefer fuhr und so ein Stück Felswand in den Yellowstone-National-Park hebelte. Als wir auf den Ringboden krachten, lösten sich in den Rocky Mountains ein paar Steine aus der Decke der Magma-Kammer, und als Cathy meinen linken Brustansatz im unvollkommenen Ring ihrer hände hatte, sich aufrichtete und mich anhob, explodierte der gigantische Suppenkessel. Ich schrie im Schmerz, vorgebeugt herum gezerrt zu werden, aber alles Folgende war ja längst ausgerechnet. Das wurde das globale Pompeji, und die sofort gegrillten Touristen und Ranger hatten noch Glück gehabt. Millionen Amerikaner würden den Bimsstein-Staub einatmen, bis er ihre Lungen betonierte, und an allen möglichen Orten der Welt würde es von nun solche Niederschläge geben. In der Stratosphäre aber sammelten sich die feinsten Stäubchen zum Sonnenschirm, und das planetare Treib- wurde zu einem einzigen Kühlhaus…

Dieses Pilz-Orakel behielt ich für mich, als mich Barbara im Bad zudeckte, sich neben mich hockte und den Ellenbogen auf den Klo-Deckel stützte. Franks Geburtstags-Überlegung, ob er wohl zu meinem Fünfzigsten Ausgang aus dem Altenheim bekommen würde, lachte ich weg, und seitdem staunte Lutz, wie mich jede neue Zumutung des Managements begeisterte. Selbst der hundertste Versuch, mich doch noch für das Regional-Fernsehen zu gewinnen. 

„Ähhh… Du hast das wirklich verstanden?“

„Aber klar doch!“

„Latex bei Regen, Pelz bei Schnee… Aber immer nur an den Seiten“, wiederholte er. „Eigentlich wollen sie deine Ohren filmen, und der Programmchef will bestimmt mal mit dir… Na, sagen wir: Ausgehen.“

„So habe ich das verstanden, ja.“

„Und du machst das?“

Ich zuckte die Schultern, fuhr mir mit dem linken Mittelfinger an den Brauen entlang und begann dann, mein Gesicht für den zweiten Hühnertanz an der Stange zu bemalen. Unterschiede zu Angeboten aus der Pornoszene gab es da schon noch, und wieder war ein Tag ohne seine Entdeckung einer ganz phantastischen neuen Kämpferin herum.

Ich war.

Die Verlobung
Levi´s
Das Nest
Frank. Und fast frei.
Star Trek
Grimms Märchen
Die deutsche Ideologie
Der invertierte Columbus
Wolf auf Pilzen
Zwischensumme

Ich bin.

Jeremias
Vorspiele
Galeristin
Matka
Ehemals
Erkennen
Aphrodite
USP
Maßnahmen
Aspasia
Rückwege

Ich werde sein.

Silicon Plain
Das achte Kreuz
Aschermittwoch
Stockholm
Marketing
Sympathy for the Devil
Das Regionalwetter
Circenses
Frühstück mit Nazis
San Antonio de la Florida