Frühstück mit Nazis

Unaufgeregte 31 Zentimeter… Während Mona am praktischen Nutzen eines solchen Gewächses zweifelte, fiel mir nur die dämliche Frage ein, wie Katjas schwarzer Freund das Ding eigentlich in seiner Unterhose verstaute. Ich grinste über mich, nahe am chinesisch weisen Lächeln bei früheren Geschichten. Entweder waren die neuen Eroberungen der Kolleginnen nicht wirklich reich oder ihre Heiratsversprechen waren falsch, und überflüssige Muskelberge sah ich mir lieber ganz unverbindlich im Fitness-Center an.

Da aber kreischte Mirjam, dass sie mir DAS nicht glaubte. Und sie zeigte ziemlich genau mit den Händen, womit mich Frank auch eher erschreckt hätte.

„Immer weißt du, immer hast du schon alles! Und nie erzählst du was von ihm! Ja, bring ihn doch einfach mal mit!“ 

„Willst du nachmessen“, fragte die Blutige Mona. „Überlege mal! Zwei Jahre hat sie den schon! Und das ist Tanja… Da muss er mindestens Millionär und mindestens so lang sein!“

Ich bekam nicht mit, ob sie witzeln oder mich beleidigen wollte und ob sie sich glaubte. Die Zeit-Angabe traf mich wie ein Hammer, und ich nickte vorsichtig. Ja, es war verrückt, aber es war so, und auch Barbara war schon eine alte Angewohnheit. Und was für ein Monster hatten die Kolleginnen mir aus meinem Smalltalk-Schwei­gen zusammen gebastelt?

Bevor ich zu einem aufklärenden Satz kam, brach der Disko-Rhyth­mus in unser Kämmerchen, und in einer Wolke aus Schweiß- und Oliven-Geruch kehrten Ellen und Anke zurück. Sie sahen nicht mehr nach Show-Girls aus, und nur dass Ellen die Hand zwischen den Beinen hatte und sich leicht krümmte, verriet ihre Niederlage. Es schmatzte unangenehm, als Mona ihr kräftig auf den Arsch klatschte.

„Vierundzwanzig Zentimeter nur“, höhnte sie als Blutige Mona und beulte die rechte Wange mit der Zunge. „Da werde ich heute mal testen, ob unsere Zulu-Prinzessin das überhaupt aushält.“

„Aber dann muss ich ja mit…“ Mirjams Stimme zitterte. „Also das war nicht böse gemeint, Tanja! Du verstehst doch Spaß? Und dass das bloß ein Spaß war…“

„Vielleicht gewinnst ja auch du“, sagte ich und drehte ihr den Rücken zu, damit sie die lockere Bikini-Schleife band. „Oder ich setze mich danach eben auf dein Gesicht?“

„Ich bin doch nicht lesbisch“, protestierte Mirjam. „Das kannst du mit…“

Weil es außer den Zuschauern auch Lutz gefiel, wenn ich im Finale ein bisschen über der Besiegten tanzte, durfte ich das manchmal mit Mona machen, die ebenfalls nicht lesbisch war. Wir waren nur die ältesten und verlässlichsten Stuten in seinem Stall, und wir konnten den Beruf und das Private ganz gut auseinander halten. Mona meinte es mit ihrer Zuteilung zu Katja aber ernst, und als die beiden nach vorn gingen, nahm ich ein Handtuch und fing ich mir an der Tür der schäbigen Dusche Ellen, für ein paar Minuten.

So ein Ekel, das die verführerischen Griffe beherrschte, sie anderen aufzwang und von deren entsetzten Blicken heiß wurde, war ich aber auch bei Frank. Er musste eigentlich längst wissen, eben seit fast zwei Jahren, dass ich ihn damit durchaus nicht auf seine biologische Funktion reduzieren wollte, doch ein, zwei Schrecksekunden brauchte er noch immer.

Frank war ja kein Bilderbuch-Fan, aber auch in seiner Phantasie liefen eben die Filme ab, die immer nur eine Handvoll Kerle auf ein paar Minuten des Blutstaus reduzierten. Und ohne Foto-Dokumente „Davor“ – „Danach“, wie bei irgendwelchen Diäten! Sogar diese Art Kurzgeschichten war den Frauen vorbehalten, die erst vorbereitet und gebraucht wurden und dann die Wirkung zeigen mussten. Was sie in den Filmen mit ihren Mündern machten, war nicht jugendfrei, aber immerhin der Grund, dass von ihnen die Köpfe gezeigt wurden.         

Auf den schmalen Streifen Star, zwischen der Hälfte der Oberschenkel und knapp unterhalb des Nabels, projezierten sich dann  alle übrigen Männer, ohne Bierbauch und fette Tittchen, Doppelkinne und Tränensäcke. Und vielleicht mochten die meisten Frauen keine Pornos, weil von ihren Rivalinnen zuviel gezeigt wurde, um der Phantasie Platz zu lassen? Ich jedenfalls lernte dabei oft irgendetwas, was auszuprobieren war, und wenn es nur ein verrückter Blickwinkel auf das Fleisch in meinem Bett oder in meiner Nähe war. Und wenn es auch viel mehr gab, was ich mir überhaupt nicht wünschte, war ich wohl im Stande durch nichts mehr schockiert zu werden, im Sexuellen.

Heftiger als ein schwarzer Ganzkörper-Kondom, an dem blanke Schnallen die Brüsten hoch und den Bauch weg quetschten, eine Beißstange die Kiefer lähmte und alles für das Anspannen an eine Wagen-Deichsel vorbereitet war, war zum Beispiel Franks Landtags-Frühstück. Keine Ahnung, was er so früh mit der Landesvorsitzenden seiner Partei zu besprechen hatte. Ich war von seinem aufgeregten Klappern und mit der Ahnung aufgewacht, nicht wieder wegpennen zu können, und fuhr ihn ins Zentrum, zum Landtag.

Dort knurrte ich einen Gruß in den großen Speisesaal mit dem Glasdach und ging zur Selbstbedienungs-Zeile mit Kühlfächern und Wärmpfannen. Schlangenerfahren schob ich das Tablett vor meinem weiter, nickte zum „Danke“ des dicken Jungpolitikers und sah zu der hageren Blondine unter einem der echten Bäume im Blumenkübel. Sie hatte ein kantiges Profil, ein großes Tattoo am Oberarm und kein Gramm Fett zuviel. So disponierte ich um, bestellte nur für Frank eine Bockwurst und füllte mir meinen Teller am Salatbuffet.

Frank stieg über die graue Kordel, die den Abgeordneten-Strom kanalisieren sollte, und stellte eine große Tasse unter die Kaffeemaschine.

„Für Conny… » Er küsste mich in den Nacken und drückte mir die Lippen ans Ohr. „Die da… Das sind Nazis, Mensch!“

Ich schielte über seine Schulter zu der Blondine, die ja auch Barbaras wegen nur so eine Idee bleiben musste.

„Und die grüßen wir wohl nicht?“

„Gewählte, aber richtige Nazis“, wiederholte Frank und legte noch drei „Bounty“-Riegel in halbbitterer Schokolade auf das Tablett. „Konntest du ja nicht wissen…“

Ich bezahlte, und er trug den Einkauf in die entfernteste Ecke, wo ich mich allein an den Nebentisch setzte, nur mit der Zeitung der Landesvorsitzenden. Ich wollte nichts vom politischen Geschäft hören, und ich wollte schon zu der neuen Eva Braun schielen können. Zum grauenhaften Kaffee gab es hier also gratis das Missvergnügen, dass wir genau so saßen, wie es die die dicke Mitte immer behauptete – als die beiden Extreme.

Das war mehr eine Bequemlichkeit als ein Modell, denn der Teufel Hitler hatte Stalin nicht zum Engel gemacht, und die einzige Republik, die Frank und Genossen je kaputt gekriegt hatten, war die eigene gewesen. 

Und mir muss wirklich niemand mit Neuigkeiten über den Kom­munismus kommen! Ich habe beim Studium auch seine Theorie studiert, und ich habe in seinen Kantinen gegessen und auf seinen Plumpsklos gesessen, habe vor seinen Bullen gezittert und rote Fähnchen geschwenkt und habe bei allen Witzen über ihn gegähnt oder gelacht. Diese historische Perle fehlt übrigens in allen später geschluderten Sammlungen, wie sie den Zug zum Kommunismus wieder zum Rollen bringen wollen: Lenin hält allen eine wegweisende Rede, Stalin befiehlt die Erschießung von Lokführer, Heizer und Schaffner und Honecker lässt die Rollos herunter und macht Fahrt-Geräusche. Nur ab wann und von wo aus die Sache schief und end­lich vor den Baum lief, habe ich für mich noch nicht entschieden. Jedenfalls war es am Anfang gar nicht ausgemacht, dass die Träger goldener Uhren und anarchistischer Ideen erschossen werden sollten, und danach lag es schon nahe, auch die Besitzer von einer Kuh mehr und die Bewahrer der eigenen Ideen zu erschießen. Aus den ersten Schwierigkeiten wollte man sich mit unbezahlter Sonnabend-Arbeit retten, und später trieb man Gefangenen-Heere auf die Großbaustellen, bis sich alle Arbeit als umsonst erwies. Und immer so weiter, und Heinrich Heine hatte das geahnt. Er nannte das proletarische Volk einen „König in Lumpen“, der weder schön noch intelligent oder gut sei, sondern dreckig und dumm und boshaft, wofür freilich nicht er verantwortlich sei und wogegen etwas getan werden müsse. Und Karl Marx wusste das sogar, nannte das Proletariat den „völligen Verlust des Menschen“ und hoffte gerade deshalb, gut hegelianisch, dass es das Menschliche gewinnen könnte…

Aber sei es gewesen, wie es gewesen ist! Die Idee des Kommunismus mag ja eine idealistische Konstruktionen und übertriebene Hoffnung gewesen sein, die wie jede Idee über die Wirklichkeit stolperte und sich alle Knochen brach, die von ihren Bauarbeitern und Bauleitern missverstanden wurde oder an der Schlechtigkeit der Massen oder der Führer oder der Umstände scheiterte. Trotzdem gibt es im Kommunismus nichts, was nicht auch ein zivilisierter Bourgeois irgendwann gedacht und aus besonderen Gründen abgetan hätte, und sei es wie Churchill: Wer mit achtzehn nicht Kommunist ist, hat kein Herz, und wer mit dreißig noch Kommunist ist, hat keinen Verstand. Freiheit (auch von Ausbeutung), Gleichheit (auch der Rassen) und Brüderlichkeit (auch mit Frauen und Schwulen): Unter dieser Überschrift konnten sich Kapitalisten und Kommunisten gegenseitig agitieren, beschimpfen und gelegentlich umbringen, aber es war doch immer nur der Streit um den Bart George Washingtons, Napoleons, Blanquis und Lenins.

Aus keinem anderen Grund (denn ansonsten bewunderten sie sich eher und gegen England und Frankreich und über Polen einigten sie sich ja) fiel Hitler schließlich doch Stalin an und brach Stalin schließlich doch Hitler das Genick. Ja, so ungeheuer erfolgreich waren die Nazis in ihrem Kreuzzug für die deutsche Herrschaft, die Endlösung der Rassenfrage und das arische Blut gewesen, dass nur ein Ungeheuer wie Stalin den letzten Gegenangriff der Zivilisation kommandieren konnte. Und deshalb durfte man kein Nazi und durfte ich weiter Kommunistin sein…

Außerdem hoffte ich, dass die braunen Brüder und Eva Braun in der Landtags-Kantine keine richtigen Nazis waren, denn mein Frank war wirklich kein Stalin und ich wollte diese Rechnung nicht: Bevor die Supermarkt-Kassiererin zur Öffnung der zweiten oder dritten Kasse klingelt, stehe ich mit drei oder vier künftigen Völkermördern Einkaufswagen an Einkaufswagen, und von hundert Zuschauern in der „Schinken-Bar“ warten neun nur auf die Einberufung zur SS und werden mich, arglos und nackt wie ich dann bin, in den angeblichen Duschraum treiben.       

Auch Lutz sah da durchaus Probleme. Er hätte gern ein, zwei schwarze Tänzerinnen unter Vertrag genommen, und in Hessen hätte eine „Schinken-Bar“ längst golden gekalbt. Seine Wohngegend wurde von vorübergehend Neureichen immer weiter zersiedelt, und außerhalb seiner eigenen Unternehmungen fand er keine angemessene Zerstreuung für sich selbst. Gerade weil er Deutschland anders kannte, glaubte er, dass die politische Leidenschaft des Ostens nur ein Magenknurren aus Köpfen war, die das Einfachste nicht verstanden. Wir würden aber noch lernen, dass wir den Aufschwung mit unseren Überziehungskrediten einkaufen mussten, und dass wir nicht den Nachbarn Brötchen vom Bäcker mitbringen durften, sondern eine Catering-Firma zu gründen hatten.

„Bei uns putzt niemand selber die Fenster und schneidet niemand selber den Rasen, wenn er in dieser Zeit mehr verdienen kann als die Türken, die es dafür gibt.“ Er legte die Hand zwischen meine Beine, ein abgekämpfter Ausbeuter und ein Zuhälter im doppelten und gegensätzlichen Sinn. „Das ist wie mit dem Porno! Drei, vier Drehtage, und du müsstest drei, vier Wochen keinen mehr da rein lassen… Und nach dem zehnten hättest du für Monate Ruhe! Das ist einfach eine Frage der Effektivität!“

Ich packte meine Hand auf seine, drückte meinen Rücken gegen seinen Bauch und bog seinen Mittelfinger in mich.

„Unsinn! Es ist eine Frage der Ästhetik! Ich habe mir einfach zu oft im Garderoben-Spiegel zugesehen.“

Lutz lachte. „Da kannst du wirklich beruhigt sein! Dein Gesicht filmen die doch nur, wenn es gerade voll gespritzt wird. Du bist einfach zu bequem, zu sentimental und ideologisch verblendet!“

„Du hast einfach einem alten Saufkumpan erzählt, dass du mich spielend dazu rum kriegen wirst! Mann, ich habe es mit zu vielen Wessis getrieben, um irgendeinen von deinen Sprüchen zu glauben!“ Und ich verdrehte den Kopf, um in sein Gesicht schielen zu können. „Gib es zu! Gib zu, dass es das ist!“

„Und was ist mit Angelika? Lady Angelique… Dieses Studio, du weißt schon!“

„Vielleicht trinke ich mal einen Kaffee mit ihr… Unverbindlich!“

„Du, du  könntest im ersten Film mit deinem Freund… wenigstens anfangen, oder mit einer Girl-Girl-Szene. Und es ist eine seriöse Firma!“

„Und das ist es auch, dass ich kein Girl mehr bin!“

Das Angebot an Frank gefiel mir, als ein unfreiwilliger Witz, denn mein Süßer brachte keine 31 Zentimeter mit, und er konnte gerade einmal verstehen, dass ich einen komplizierten Mechanismus im Unterbauch hatte. Wenn ich die Beine ein klein wenig spreizte, schaltete ich damit gewöhnlich das Großhirn ab, aber ich konnte auch manche Hirnwindungen und meine erogenen Zonen kurzschließen, und auf verschiedene Weise ließ ich sowohl Frank als auch Lutz von unten direkt in meinen Kopf, zur Verschmelzung unserer atheistischen Seelen oder zum heißen kalten Krieg.

Mich zu verstehen, war freilich noch nicht alles, und bei jeder all zu rationalen Erklärung schauderte ich selbst, will ich dann vor Barbara nie bedingungslos verliebt gewesen war: Nach einer halben Stunde schreiend in ihrem Bett und nach dem Kurzschlaf überzeugt, mit ihr zusammen bleiben zu können und nichts Besseres mehr zu finden als die nicht mehr so junge und etwas fleischige Mutter zweier großer Töchter. Demnach war ich unzweifelhaft eine masochistische Lesbe, die bisher ihre Defizite verkannt und ihre Leidenschaften verdrängt hatte, und dazu war ich schwer nymphoman, weil ich mir wirklich jede Hormon-Dosis rein zog. Ich blieb auch nach dem Coming Out neugierig auf die Garderoben-Besucher, und spielte mit Lust aus, was sich körperlich, psychisch und sozial aus solchen Beziehungen ergab. Lutz zum Beispiel, der für mich ein offenes Buch war, vertraut wie „Meister und Margarita“… Mit ihm war ich immer im Geschlechter- und Klassenkampf, im Krieg gegen den Okzident und in der Guerrilla einer Angestellten. Er hatte mich ja in der Hand, und ich hatte ihn an den Eiern, während ich für mehr Geld und die Freiheit seiner Proletarierin Mona stritt, die mich gerade in einem Einzelzimmer auf demselben Hotel-Korridor hasste.   

Sein Pelz knisterte und kratzte an meinem Rücken, als Lutz seinen Finger in mir bewegte und seinen Rüssel zwischen meinen Arschbacken rieb. Das Ding war weich, aber noch oder schon wieder dick, und im Grunde war auch sein Körpereinsatz Hurerei. So hatte er mich zwischen die „Fighting Cats“ gestoßen und zur Deutschen Meisterin erhoben, und wenn ihm die dicke Cathy ihre Bewerbungs-Fotos im Querformat geschickt hatte, konnte das ein gefährlicher Sonnabend-Vormittag werden.

„Oh nein, du bist kein Girl mehr“, flüsterte Lutz. „Du würdest die Girls zum Anlernen und Verderben bekommen. Und etwas in der Art musst du dir ja suchen… Weil nicht mal du jünger wirst, mit der Zeit… Nur besser!“

Ich atmete hörbar, um nicht zu früh los zu stöhnen.

„Dass es leicht sein würde, dich rum zu kriegen… Ich weiß das doch besser! Aber Marietta hat das Angelika, Lady Angelique versprochen… Und wir würden dir das Geld borgen, ganz klar!“ Er biss mir in den Nacken. „Als günstigen Kredit, dachten wir…“    

„Warum wollt ihr mich denn partout zur Domina und Kapitalistin machen?“

„Weil du zum Gegenteil nicht taugst?“ Er gab mir drei Finger, bevor er mich auf den Bauch kippte und sich über mir für das Eindringen steif machte. „Aber ich werde dich auch dann aufreißen…“

Ich beendete das Gespräch, indem ich mich ergab, die Knie anzog und ihm den Hintern etwas entgegen hob. Er mochte, dass ich das mochte, und ich ersparte mir in dieser Position die anfeuernden und höhnischen Klapse auf die schwellende Möse und die prallen Euter. Dort war ich natürlich empfindlich, und manchmal bekam er mich damit rosig und heiß und schaffte es, sich damit zum Boss auf schwingen, der eine seiner Stuten weich und zahm ritt.

„Nur mit dem Scheiß-Viagra“, hetzte ich ihn zum Tätscheln von  Schultern und Schenkeln auf. „Nicht, dass du dich da umbringst…“

Auf dem roten Holzstuhl in der Landtagskantine aber stach mich die andere Sorte Hafer.  Ich rutschte zur Ecke des Sitzes vor, packte den Unterarm auf die Lehne und drehte die Brust in Franks Blickrichtung. Für eine Revolution, die einfach nicht wachsen wollte, und seine Partei, die ihr wieder nicht gewachsen sein würde, machte er sowieso zu viele Überstunden. Ich wollte nun den Beweis, dass er mein frühes Aufstehen wert war, und antifaschistischer Widerstand hieß auch, sich nicht die größten Späße des Daseins verderben zu lassen: Denken, Widersprechen und Lachen, die schwarze Cypress, die Lesbe Barbara und die Hoffnung auf den Kommunismus.

„Du bist ein verrücktes Huhn“, sagte Frank, als er von seiner politischen Verabredung zu meinem Tisch herüber kam. „Und diese Nummer, wo Conny doch auf Frauen steht! Also jedenfalls eine hat…“

Ich schob anerkennend die Unterlippe vor. „Ach? Das hätte ich euch gar nicht zugetraut, nach Erich und Erich und Margot. Also nimm dir für uns frei, oder ich steige ihr nach!“

Frank sah mich ein paar Augenblicke lang an und nahm dann das Handy aus der Tasche der Lederjacke. Vielleicht hielt er mich für krank, vielleicht für doch noch verliebt, aber er machte den Anruf und zwinkerte mir zu.

Ich war.

Die Verlobung
Levi´s
Das Nest
Frank. Und fast frei.
Star Trek
Grimms Märchen
Die deutsche Ideologie
Der invertierte Columbus
Wolf auf Pilzen
Zwischensumme

Ich bin.

Jeremias
Vorspiele
Galeristin
Matka
Ehemals
Erkennen
Aphrodite
USP
Maßnahmen
Aspasia
Rückwege

Ich werde sein.

Silicon Plain
Das achte Kreuz
Aschermittwoch
Stockholm
Marketing
Sympathy for the Devil
Das Regionalwetter
Circenses
Frühstück mit Nazis
San Antonio de la Florida